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Sardinien wird als ein Museum unter freiem Himmel bezeichnet, unter anderem auch, weil es praktisch das Land aller Völker war.
Zuallererst die Phönizier, man denke nur an Cagliari, Nora, Santa Giusta, Olbia, Bithia, Sant'Antioco, Tharros und Cornus. Ihnen folgten die Römer (238 v. Chr.).
Die aus der Bronzezeit stammende Nuraghenzivilisation hat Sardinien ein außergewöhnliches Erbe archäologischer Fundstücke hinterlassen, wie z.B. die in diversen Museen ausgestellten Bronzefiguren sowie über 7000 Nuraghen, monumentale Bauwerke der Protosarden.
Die Römer hinterließen als Zeugnis ihrer Konstruktionsfähigkeiten imposante Bauwerke wie Tempel, Brücken, Straßen, Aquädukte und Amphitheater. Man sagt, die heutige Staatsstraße und Hauptverkehrsachse s.s. 131, die Cagliari mit Sassari verbindet, sei teilweise auf diesen Werken der Römer errichtet worden.
Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches und der Besetzung durch die Vandalen (534 n. Chr.) wurde Sardinien bis zum Jahr 1000 von den Byzantinern besiedelt. Von da an erlebte die Insel eine Zeit der Blüte; es begann die Epoche der 4 Judikate (Arborea, Cagliari, Torres und Gallura). Damals wurde das bedeutendste Gesetzbuch, die „Carta de Logu", erlassen, die bis zum 18. Jh. in Kraft blieb.
Aus dieser Zeit (1000 - 1300) sind unzählige Kirchen in romanisch-pisanischem Stil erhalten: z.B. Sant'Antioco di Bisarcio in Ozieri, San Gavino in Porto Torres, San Simplicio in Olbia, Santissima Trinita in Saccargia, San Nicola in Ottana, Santa Giusta im gleichnamigen Dorf und San Saturnino in Cagliari.
Auf die gleiche Zeit gehen jedoch auch Türme, Burgen, Bastionen, Pafazzi sowie die spanischen Türme der darauffolgenden Epoche zurück.
Im 13. Jh. machte das Papsttum seinen Anspruch auf die Herrschaft über die Insel geltend, auch wenn es nie zu einer tatsächlichen Besetzung kam. Im 1300 versuchten die Könige von Aragonien, die verschiedenen Judikate in Besitz zu nehmen, aber das Judikat Arborea leistete rebellisch Widerstand, so dass es ihnen erst um 1400 gelang, die gesamte Region zu beherrschen.
Die Kunst blühte unterdessen weiter, jedoch mit verändertem Erscheinungsbild. Der vorherrschende Stil war gotisch- aragonisch und sichtbare Zeichen finden sich in den Kirchen in Alghero, Cagliari und Oristano.
Später wurde die Insel von den Spaniern, Österreichern und schließlich 1720 von den piemontesischen Savoyern dominiert, die bis zur Vereinigung des Königreichs Italiens an der Macht blieben.
Trotzdem diese letzte Zeit der Verbesserung der Lage Sardiniens nützlich war, begann erst im Jahr 1948, mit der Bildung der Autonomen Region Sardiniens, die Zeit des Aufschwungs für die Insel.
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